Don't stay in bed, unless you can make money in bed. - George Burns

Experimentelle Interaktion: ~einfluss

Juli 2004

Kategorien: Universität Experimentell

Konzeption, Gestaltung und Entwicklung einer neuartigen Interaktionsschnittstelle, beispielhaft realisiert in Form eines “interaktiven Tisches”, gedacht für Cafés, Lounges und Bars.

Im dritten Fachsemester (sprich eigentlich das mind. 7. Semester) belgen wir das Modul ‘Mediengestaltung III - Konzeption neuer digitaler Formate’ mit einer sehr freien Aufgabenstellung.

Alle drei fasziniert von neuen Möglichkeiten der Mensch-Maschine Interaktion nahmen wir uns vor, etwas völlig anderes zu entwickeln. Angetrieben von der Lust auf Neues, einer starken Neugierde und einer guten Priese Verrücktheit (die gehört dazu wink haben wir bei kleinen fahrenden Robotern, die per Web über eine WebCam lenkbar sind (sollte mit einem IPC-Chip von Beck realisiert werden) angefangen, sind über Ameisen, die sich von Düften (in Form von farbigen Steinen) anlocken lassen hin zu einer Flußumgebung gelangt.

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Das letztliche Konzept sieht einen Tisch vor, auf den (in der richtigen Version von unten, in unserer Präsentation mangels Ressourcen von einem Gerüst von oben herab) eine virtuelle Umgebung projeziert wird. Diese Umgebung besteht aus einem Fluss samt Ufer und kleinem Pool mit Zufluss. Er ist animiert, überall bewegt sich was (Wasser, Menschen, Vögel), jedoch nicht auf eine aufdrängliche Art und Weise.

Der Clou an der Sache ist, daß die projezierte virtuelle Umgebung sich durch reale physische Objekte beeinflußen läßt. Zum Beispiel: Auf dem Fluß schwimmen verschiedene Akteure (ein Quietscheentchen, ein Macho auf einer Luftmatratze, ein kleines Boot) die auf Objekte in ihrer Umgebung reagieren, indem sie zu ihnen hinschwimmen und diese betrachten. Befinden sich die Objekte dann schon etwas länger an ihrer Position, verlieren die Akteure ihr Interesse daran und wenden sich wieder anderen Dingen zu. Anderes Beispiel: Legt man einen Gegenstand in den Pool, so wird er nach kurzer Zeit ‘virtualisiert’, sprich abfotografiert und automatisch freigestellt, und treibt im Anschluß daran über den Zufluß in den Fluß selbst und dort mit der Strömung mit und weiter auf den nächsten Tisch. Dabei weichen sie auf ihrem Weg automatisch den realen auf den Tischen platzierten Objekten aus. Alle Tische sind zusammengeschlossen, so dass der virtualisierte Gegenstand nach einer vollen Runde wieder auf dem eigenen Tisch auftaucht. Dies ermöglicht eine neue Art der Interaktion und Kommunikation mit anderen Menschen in der gleichen Bar oder Lounge, so können z.B. kurze Notizen ausgetauscht werden.

Technisch teilt sich der Prototyp in zwei Teile: ein Flash Programm zur Visualisierung und eine Java-Anwendung, an der eine WebCam betrieben wird.

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Die Java-Anwendung analysiert das abgefilmte Material und markiert dabei Positionen, an denen sich reale Objekte auf dem Tisch befinden. Diese Daten verarbeitet es und berechnet die ‘Wasserströmung’ um die Objekte herum. Außerdem beobachtet sie den Pool, um evlt. dort platzierte Gegenstände zu fotografieren.  Alles zusammen (Koordinaten, Strömungsdaten, Fotos von neuen Gegenständen) wir per XML-Datenstrom an einen zweiten Rechner übermittelt, auf dem die Flash-Anwendung läuft. Diese wertet die erhaltenen Daten aus und berechnet daraus den aktuellen Umgebungszustand und visualisiert ihn anschließend.

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Bei der Präsentation unsere Prototypen erhielten wir großen Beifall unserer KommilitonInnen und der Spieltrieb, der uns das ganze Semester lang angetrieben hat, infiziert alle Anwesenden.

Videos

Video 1
Video 2

Mehr Fotos aus der Entwicklungsphase und von der Abschlußpräsentation finden sie in der Dokumentation.

Dokumentation online unter:

http://2sekunden.net/~einfluss/

Technik

Java
Flash MX
Processing 1.0beta
USB WebCam + Beamer (auf einem Gerüst)

Team

Thomas Bohlmann (Flash-Visualisierung, Grafik, Konzept)
Zoltan Vezdenyi (Grafik, Konzept)
Pieter Walsweer (Java Applet, Konzept)